30. Impuls - Donnerstag, 04.04.2019

und sie ernteten Wein und Obst in großer Menge
Jer 40,12

geschältes Obst

Es erstaunt mich immer wieder. Stellt man einer Gruppe von Leuten Obst hin, geschält und mundgerecht geschnitten, sind die Teller in Null-Komma-Nichts leer gefuttert. Steht dort aber ein Obstkorb mit Früchten, die man erst noch „bearbeiten“ muss, ist die Zahl derer, die sich bedienen, erheblich kleiner. Vielleicht schreckt der vermeintliche Arbeitsaufwand zunächst ab?

Neulich habe ich tatsächlich im Supermarkt eine bereits geschälte Orange (natürlich in Plastik verpackt) entdeckt und ich habe mir unwillkürlich die Frage gestellt, ob ich mir so etwas kaufen würde?!

Ich fände es wirklich schade, wenn man demnächst kein Obst mehr schälen müsste. Es hat etwas Aufregendes, den Kern von seiner Schale zu befreien. Man weiß nie wirklich, was einen erwartet. Ob die Frucht gut geraten ist oder wie sie schmecken wird. Ähnlich ergeht es mir mit meinen Mitmenschen. Sicher, einfacher ist es für mich, wenn ich gleich zu Beginn weiß, mit wem ich es zu tun habe. Spannender ist es aber, einen Blick hinter die Kulissen werfen zu können und den anderen Stück für Stück „zu entdecken“. Wie mit dem Glauben auch: Nicht immer ist sofort klar, was sich hinter dem Glauben verbirgt. Was er bringt, wie er schmeckt.

(FT)

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