12. Impuls - Sonntag, 17.03.2019 - 2. Fastensonntag

jeder bekam so viel er nötig hatte
Apg 2, 44

Soziale Kaufhäuser

Ich bin auf Soziale Kaufhäuser angewiesen. Wirklich.

Gut, ich verdiene genug Geld, um mir Möbel, Geschirr und Elektrogeräte neu zu kaufen. Aber ich bin angewiesen darauf, dass unsere Welt noch ein bisschen hält. Dass Dinge so lange benutzt werden, wie es geht. Dass eben nicht für jeden Haushalt zig Möbelstücke oder Fernseher neu hergestellt werden, die dann, nur weil sie etwas aus der Mode gekommen sind, auf der Deponie landen. Wenn wir in diesem Tempo weiterkonsumieren, sind die Ressourcen der Welt bald verbraucht und alles erstickt im Müll.

Deshalb gehe ich in soziale Kaufhäuser, Möbelhallen, oder wie auch immer diese Orte genannt werden, an denen man für wenig Geld gebrauchte Dinge kaufen kann. Sie sind Orte gelebter Solidarität. “Dass die das nötig hat, hier einzukaufen …" wird getuschelt. Was ist denn “nötig” für mich, also not-wendig? Welche Not habe ich? Diese Frage stelle ich mir beim Einkauf, grade jetzt in der Vorbereitungszeit auf Ostern.

Je selbstverständlicher es für Nora Normalverbraucherin wird, solche Angebote zu nutzen, desto unwichtiger wird es, warum jemand gebrauchte Dinge einkauft. Das Stigma verschwindet. „Second Hand“ als erste Wahl für alle.

(DMU)

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