06. Impuls - Montag, 11.03.2019

Alles hat seine Zeit
Koh 3,1

Zeit nehmen und Zeit schenken

Ich bin letztes Jahr 30 geworden und habe meinen Geburtstag gro├č gefeiert. Von vielen meiner G├Ąste wurde ich gefragt, was ich mir w├╝nsche. Schwierige Frage. Ich bin berufst├Ątig und g├Ânne mir durchaus auch gerne mal was. Bedeutet, wenn ich einen bezahlbaren Wunsch habe, dann erf├╝lle ich mir diesen auch gern. Und mal abgesehen davon, bin ich der Meinung, dass ich alles habe, was ich brauche. Daher stand auf meiner Wunschliste nun nicht f├╝r jeden meiner G├Ąste ein Wunsch. Und sich irgendetwas schenken lassen, was am Ende im Regal einstaubt, finde ich verschwenderisch.

Kurz zuvor habe ich in den sozialen Medien vermehrt mitbekommen, dass sich viele eine Spende in ihrem Namen bei einer wohlt├Ątigen Organisation w├╝nschen. Dies kannte ich bis dahin nur aus dem Freundeskreis meiner Eltern und nicht in meiner Altersklasse, fand die Idee aber sinnvoll. Doch nicht bei jedem meiner G├Ąste kam dieser neue Trend gut an. So haben einige mir Zeit geschenkt. Ich wurde zu einem selbstzubereiteten vornehmen drei-G├Ąnge-Men├╝ eingeladen, zu einem Erlebnistag, zu einem Comedy-Abend und zu einem Konzert. Immer in Begleitung des/ der schenkenden Person. Ich muss zugeben, dass mir diese Geschenke am meisten Spa├č gemacht haben. Ich habe Zeit mit mir liebgewonnen Menschen verbringen d├╝rfen. Unbezahlbar wertvoll und keineswegs verschwenderisch. Fastenzeit ist irgendwie auch geschenkte Zeit. Zwar haben die Tage nicht mehr Stunden. Aber es ist f├╝r mich ein Geschenk in diesen Tagen zu ├╝berlegen, wof├╝r ich meine Zeit einsetze oder wie ich sie f├╝lle. Und wer wei├č: Vielleicht f├Ąllt ja auch mal die ein oder andere Zeit f├╝r meinen Glauben und die Frage ,wo er so im Alltag vorkommt, ab.

(MM)

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